19.05.2026

Österreicher:innen befürworten flexible Plattformarbeit – wünschen sich aber klare Regeln

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  • Umfassende Ipsos-Studie in 25 europäischen Ländern zeigt, wie Menschen in Österreich Plattformarbeit, lokalen Handel und Regulierung wahrnehmen
  • 83 % sind der Meinung, dass Plattformarbeiter:innen selbst entscheiden sollten, wie viel und wann sie arbeiten
  • 79 % der Nutzer:innen entdecken über Online-Marktplätze wie Lieferplattformen neue lokale Unternehmen
  • 67 % der 18- bis 34-Jährigen sagen, dass Lieferplattformen/Online-Marktplätze ihren Alltag erleichtern

Wien, 19. Mai 2026 – Flexible Arbeitsmodelle, wie sie Plattformen, etwa im Bereich Lieferdienste, ermöglichen, stoßen in Österreich auf breite Zustimmung. Gleichzeitig ist klar: Ohne faire Regeln geht es für viele nicht. Das zeigt eine aktuelle Ipsos-Umfrage, die Teil einer europaweiten Studie in 25 Ländern ist.

Die Ergebnisse der Studie kommen zu einem Zeitpunkt, an dem die EU-Mitgliedstaaten die Regeln der EU-Richtlinie für Plattformarbeit umsetzen. Diese werden maßgeblich bestimmen, wie diese Form des Arbeitens künftig gestaltet ist.

Flexibilität ja – aber nicht ohne klare Spielregeln
Flexibilität gilt als zentraler Vorteil moderner Arbeitsformen, für Arbeitnehmer und Arbeitgeber, besonders im Bereich der Plattformarbeit. Auch in Österreich zeigt sich diese Haltung deutlich: 83 % der Befragten sind der Meinung, dass Plattformarbeiter:innen selbst bestimmen sollten, wann und wie viel sie arbeiten.

Gleichzeitig zeigt sich: Diese Zustimmung ist eng daran geknüpft, dass es klare Regeln und angemessene Absicherungen gibt. Dies stimmt mit laufenden Diskussionen über freie Dienstverhältnisse überein, die oft als eine Möglichkeit angesehen werden, Autonomie mit rechtlicher Klarheit auf dem österreichischen Arbeitsmarkt zu verbinden.

59 % der Befragten sprechen sich für gesetzliche Regelungen aus, die sicherstellen,dass Menschen ihre bevorzugte Arbeitsform wählen können. 45 % der Befragten bewerten den Zugang zu flexibler Plattformarbeit wichtiger als strengere Vorgaben dafür. Insgesamt zeigt die Umfrage  ein klares Bild: Gewünscht wird ein ausgewogener Ansatz, der Schutz bietet, ohne Flexibilität einzuschränken.

Ergänzung statt Konkurrenz zum klassischen Job
Plattformarbeit wird häufig nicht als Ersatz, sondern als Ergänzung zu klassischen Beschäftigungsformen gesehen: 44 % der Befragten sagen, sie existiere neben traditionellen Jobs, weitere 44 % sehen darin eine Möglichkeit, Lücken am Arbeitsmarkt zu schließen. Nur 12 % nehmen sie überhaupt als Bedrohung wahr.

Gerade für Menschen mit Bedarf nach flexiblen Arbeitszeiten spielt Plattformarbeit eine wichtige Rolle, zum Beispiel für Studierende, von denen 71 % angeben, so einfacher Geld verdienen zu können. Insgesamt wird sie damit vor allem als zusätzliche Einkommensquelle verstanden.

„Die Ergebnisse zeigen ein differenziertes Bild von Plattformarbeit in Österreich“, sagt Glen Hodgson, Generalsekretär des europäischen Branchenverbands und der Initiative Freelance Movement. „Flexibilität wird klar geschätzt – gleichzeitig besteht ein starkes Bedürfnis nach transparenten und verlässlichen Rahmenbedingungen. Entscheidend ist, unterschiedliche Arbeitsformen sinnvoll miteinander zu verbinden.“

Plattformen als Türöffner für lokale Unternehmen
Online-Marktplätze übernehmen zunehmend eine wichtige zusätzliche Rolle für den lokalen Handel, sie ersetzen nicht den stationären Einkauf, sondern ergänzen diesen und helfen Unternehmen neue Kund:innen zu erreichen.

Dies wird durch die erhobenen Daten gestützt und zeigt, dass 79% der Nutzer:innen Online-Marktplätze nicht nur aus Bequemlichkeit nutzen, sondern sie entdecken über diese lokale Geschäfte und Restaurants.

Besonders relevant für junge Menschen
Vor allem bei jüngeren Generationen sind Online-Marktplätze wie Lieferplattformen fest im Alltag integriert: 67 % der 18- bis 34-Jährigen sagen, dass diese Angebote ihr Leben erleichtern - im Vergleich zu 52 % in der Gesamtbevölkerung.

Das deutet auf einen klaren Wandel hin: Für viele junge Menschen sind Plattformen längst mehr als nur praktisch, sie sind Teil ihres Alltags, ihrer Arbeitswelt und ihres Konsumverhaltens. Entsprechend offen stehen sie auch flexiblen Arbeitsmodellen gegenüber. 

„Auffällig ist vor allem die klare Haltung der jüngeren Generationen“, sagt Hanna Agnes Persson, Senior Insight Consultant bei Ipsos. „Sie sehen den konkreten Nutzen von Plattformen im Alltag, erwarten aber gleichzeitig Regeln, die diese Realität widerspiegeln.“

Fazit: Pragmatismus statt Grundsatzdebatte
Insgesamt zeichnet die Umfrage ein klares Bild: Plattformarbeit ist Teil der modernen Wirtschaft. Sie bietet Flexibilität und zusätzliche Einkommensmöglichkeiten, während ihre Akzeptanz eng mit dem Vorhandensein klarer und fairer Regeln verknüpft ist.

Mit Blick auf die nationale Umsetzung der EU-Richtlinie wird damit eine zentrale Erwartung deutlich: Flexibilität soll erhalten bleiben und gleichzeitig so geregelt werden, dass sie den Anforderungen des österreichischen Arbeitsmarkts gerecht wird.

Über die Studie
Die Studie wurde von Wolt gemeinsam mit Deliveroo in Auftrag gegeben und von Ipsos zwischen Jänner und März 2026 durchgeführt. In Österreich wurden 1.000 Personen im Alter von 18 bis 75 Jahren online befragt. Die Stichprobe ist repräsentativ nach Alter, Geschlecht und Region. Insgesamt umfasst die europäische Studie rund 22.500 Befragte in 25 Ländern und untersucht Einstellungen zu Plattformarbeit sowie künftiger Regulierung.


Über Wolt
Wolt ist ein finnisches Technologieunternehmen mit Sitz in Helsinki und bietet eine Online-Plattform für Verbraucher:innen, Händler:innen und Kurier:innen. Auf der Wolt-App können Kund:innen ganz einfach ihre Lieblingsgerichte, frische Lebensmittel und lokale Waren entdecken, bestellen und sie direkt an ihre Haustür liefern lassen. Dafür entwickelt und verbessert Wolt fortwährend eine breite Palette an hauseigenen Technologien. Die Entwicklungen reichen von lokaler Logistik über Einzelhandelssoftware bis hin zu Finanzlösungen. Wolt wurde 2014 gegründet und beliefert mittlerweile mehr als 600 Städte weltweit, und ist seit Mai 2023 auch in Österreich tätig. www.wolt.com

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Ipsos-Umfrage liefert Einblicke in die Debatte rund um „freie Dienstverhältnisse“
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