09.06.2026
Wien, 9. Juni 2026 – Wer in Kroatien mehrere Inseln entdecken wollte, brauchte lange Zeit vor allem eines: ein eigenes Boot oder Segelerfahrung. Heute ermöglichen dichte Fähren- und Katamaranverbindungen Inselhopping für ein breites Publikum. Mit mehr als 1.200 Inseln, kurzen Distanzen und einer gut ausgebauten Infrastruktur bietet Kroatien ideale Voraussetzungen, um Kultur, Natur, Kulinarik und Badeurlaub miteinander zu verbinden. Die Kroatische Zentrale für Tourismus stellt vier Routenvorschläge vor, die sich je nach Zeitbudget, Reiseerfahrung und Anreise eignen: von der gut erreichbaren Kvarner-Route über Krk, Cres und Lošinj bis zur abgelegeneren Dalmatienroute nach Lastovo.
Warum Inselhopping ohne eigenes Boot funktioniert
Inselhopping ist vor allem dort gut planbar, wo Fährhäfen, Katamaranlinien und Küstenstädte eng miteinander verbunden sind. Für Gäste aus Österreich ist der Ansatz in Kroatien besonders naheliegend. Viele Ausgangspunkte, unter anderem Split, Zadar, Šibenik, Rijeka, Dubrovnik und die Insel Krk, sind je nach Region per Auto, Bahn oder Flug erreichbar. Gut geeignet sind vor allem Routen, bei denen mehrere Inseln ohne lange Transferwege kombiniert werden können. Das Angebot wird punktuell erweitert. So kamen seit dem vergangenen Jahr unter anderem die Katamaranroute Lastovo–Korčula–Hvar–Split sowie zusätzliche Verbindungen auf den Strecken Split–Hvar und Split–Korčula–Dubrovnik hinzu. Für den Sommer 2026 ist zudem eine neue Katamaranlinie zwischen Kraljevica, Crikvenica, Senj, Baška, Lopar und Rab vorgesehen, die die Erkundung der Kvarner Bucht erleichtert.
„Die Verbindungen unterscheiden sich je nach Saison. In den Sommermonaten werden viele Fahrpläne ausgeweitet, in der Vor- und Nachsaison sind manche Strecken seltener oder nur an bestimmten Tagen verfügbar. Reisende sollten daher nicht nur die Route, sondern auch die konkrete Reisetagfolge vorab prüfen“, rät Branimir Toncinic, Direktor der Kroatischen Zentrale für Tourismus in Österreich.
Route 1: Split – Brač – Hvar
Für Erstbesucher:innen sowie Kultur- und Genussreisende
Diese Route ist gut geeignet für alle, die Kroatiens Inselwelt erstmals kennenlernen möchten. In sechs bis acht Tagen lassen sich einige der bekanntesten Inseln Dalmatiens verbinden. Split ist dabei ein zentraler Ausgangspunkt, weil von hier mehrere Inselverbindungen starten.
Auf Brač gehören der Strand Zlatni Rat, dessen charakteristische Landzunge zu den bekanntesten Naturmotiven des Landes zählt, sowie die Küstenorte Bol und Supetar mit ihren historischen Gassen zu den wichtigsten Stationen. Weiter auf Hvar erwarten Besucher:innen die historische Altstadt, die Festung Fortica sowie Lavendelfelder und traditionelle Dörfer im Inselinneren.
Route 2: Split – Vis – Korčula – Lastovo
Für Individualreisende und Naturliebhabende
Wer ursprüngliche Landschaften bevorzugt, findet auf dieser Route in sieben bis zwölf Tagen einige der authentischsten Inselstationen Dalmatiens. Die Insel Vis steht mit ihrer abgeschiedenen Lage, Naturbuchten sowie der Stiniva-Bucht für eine weniger dichte Inselatmosphäre als stärker frequentierte Klassiker. Anschließend folgt ein Must-have der Route: Korčula. Die historische Altstadt mit ihren engen Gassen, mittelalterlichen Bauwerken und ihrer langen Seefahrertradition zählt zu den bedeutendsten Kulturräumen der südlichen Adria. Den Abschluss bildet Lastovo, eine der abgelegeneren Inselgruppen Kroatiens, die unter anderem für Natur, Wanderwege und außergewöhnlich klarem Nachthimmel bekannt ist. Diese Route braucht mehr Vorbereitung als die Einsteigerroute über Brač und Hvar. Verbindungen nach Lastovo sind stärker saison- und fahrplanabhängig. Umstiege und Aufenthaltsdauer sollten deshalb vorab geprüft werden.
Route 3: Zadar – Dugi Otok – Kornaten – Šibenik
Für Naturfans und Wanderbegeisterte
Die Route führt durch einige der markantesten Naturlandschaften Norddalmatiens und eignet sich besonders für Reisende, die Naturerlebnisse mit Kultur verbinden möchten. Auf Dugi Otok liegen der Naturpark Telašćica mit seinen steilen Klippen und dem Salzsee Mir sowie der Strand Sakarun. Von hier aus bieten sich Ausflüge in den Nationalpark Kornati an. Die aus zahlreichen Inseln, Felsen und Riffen bestehende Inselwelt gilt als eine der charakteristischen Landschaften der Adria. Die Kornaten sind kein klassischer Linienfähr-Stopp wie größere bewohnte Inseln, für diesen Teil der Route sollten organisierte Ausflüge oder lokale Anbieter eingeplant werden. Den Schlusspunkt setzt Šibenik. Die historische Küstenstadt verbindet Altstadt, Hafenlage und Kulturerbe, darunter die UNESCO-geschützte Kathedrale des Heiligen Jakob.
Route 4: Krk – Cres – Lošinj
Für Familien und Kurzurlauber:innen
Besonders für Gäste aus Österreich ist die Route Krk – Cres – Lošinj eine gut erreichbare Option, da die Insel Krk über eine Brücke direkt mit dem Festland verbunden ist und mit dem Auto erreicht werden kann. Auf Krk treffen historische Altstädte, Badebuchten und eine gut ausgebaute touristische Infrastruktur aufeinander. Cres beeindruckt hingegen mit seiner ursprünglichen Natur. Rund um den Vraner See eröffnen sich vielfältige Wander- und Naturerlebnisse. Zudem gehört die Insel zu den wichtigsten Lebensräumen der seltenen Gänsegeier, die hier regelmäßig beobachtet werden können. Weiter südlich bietet Lošinj Möglichkeiten für Wanderungen, Radtouren und Ausflüge entlang der Küste. Gleichzeitig hat sich die Insel als Destination für Gesundheitsurlaub, Wellness, Erholung und Aktivurlaub etabliert.
Planung: Das sollten Reisende beachten
Die beste Zeit für Inselhopping in Kroatien liegt zwischen Mai und September. Besonders angenehm sind September und Oktober, wenn die Adria noch warm ist, die Inseln aber deutlich ruhiger werden.
In der Hauptsaison werden die Fahrpläne häufig ausgeweitet. Auf beliebten Strecken wie Split–Hvar empfiehlt sich dennoch eine frühzeitige Buchung, da Fähren und Katamarane stark nachgefragt sein können. Zu den wichtigsten Anbietern zählen Jadrolinija, TP Line und Krilo Kapetan Luka. Für maximale Flexibilität sind Katamarane und Reisen als Fußpassagier oft die praktischere Wahl. Viele Inseln verfügen über gute lokale Verkehrsverbindungen, während die Kapazitäten auf Autofähren insbesondere in der Hauptsaison begrenzt sein können. Wer mit Auto reist, sollte prüfen, ob auf der gewünschten Strecke eine Autofähre verkehrt, denn Katamarane nehmen in der Regel keine Autos mit.